Beim Studium von literarischen Werken erweist sich ein Kalender häufig als ein wichtiges Hilfsmittel zum Verständnis der Texte: Daten können, sofern sie sich auf reale Gegebenheiten beziehen, Wochentagen zugeordnet und in den kalendarischen Kreislauf des Jahres eingeordnet werden; auch lassen sich schnell und unkompliziert die Abstände zwischen zwei gegebenen Daten ermitteln. Für das Studium von Briefen, Tagebüchern und anderen Aufzeichnungen dürfte ein Kalender unentbehrlich sein, um ein angemessenes Textverständnis erzielen zu können.
Für jedes Jahr wird das Datum des Ostersonntags angegeben, weil von ihm die Daten der anderen beweglichen Festtage abhängen. Der Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond: Der früheste Termin für den Ostersonntag ist der 22. März, der späteste der 25. April. An die Daten der Festtage sind traditionell zahlreiche Begebenheiten des gesellschaftlichen wie des wirtschaftlichen Lebens gebunden. So hieß die Frühjahrsmesse des deutschen Buchhandels auch Jubilatemesse: nach ihrem Eröffnungstag, dem dritten Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Jubilate.
Zu jedem Monat kann eine Übersicht der entsprechenden Daten des jüdischen Kalenders mit den Feiertagen erstellt werden. Die Kenntnis dieser Daten, die sich jeweils im Anschluß an die Jahresübersicht finden, kann hilfreich für das Verständnis der traditionell jüdischen wie der modernen israelischen Literatur sein.
Der jüdische Tag dauert von Sonnenuntergang (des Vorabends) bis Sonnenuntergang.
Das jüdische Pessachfest beginnt mit dem Sederabend zu Anfang der Frühlingsvollmondnacht, der Nacht zum 15. Nissan. Im jüdischen Gemeinjahr, das zwölf Monate umfaßt, entspricht dem christlichen Ostersonntag der auf den 15. Nissan unmittelbar folgende Sonntag. Das jüdische Schaltjahr hat dreizehn Monate: Adar II wird als zusätzlicher Monat zwischen Adar und Nissan eingeschoben. Dieses hat zur Folge, daß in den Jahren, in denen der (aus christlicher Sicht) erste Frühlingsvollmond in den Monat Adar II fällt, das christliche Osterfest vor dem jüdischen Pessachfest gefeiert wird.
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Ostersonntag: -. -.
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Der jüdische Kalender
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Dank an Abu Mami für das JavaScript zur Umrechnung der Kalender.
Die jüdischen Monatsnamen:
Tischri (September/Oktober).
Cheschwan (Oktober/November).
Kislew (November/Dezember).
Tewet (Dezember/Januar).
Schewat (Januar/Februar).
Adar (Februar/März). In Schaltjahren die beiden Monate Adar I und Adar II.
Nissan (März/April).
Ijjar (April/Mai).
Siwan (Mai/Juni).
Tammus (Juni/Juli).
Aw (Juli/August).
Elul (August/September).
Die jüdischen Feiertage:
Rosch ha-Schana: 1. und 2. Tischri. – Neujahrsfest.
Jom Gedalja: 3. Tischri. Fällt der 3. Tischri auf einen Sabbat, wird Jom Gedalja auf den 4. Tischri verschoben. – Fastentag zur Erinnerung an die Ermordung Gedaljas. Damit war das erste Reich beendet.
Jom Kippur: 10. Tischri. – Versöhnungstag.
Sukkot: 15.-21. Tischri. – Laubhüttenfest zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten und die vierzigjährige Wanderschaft der Israeliten durch die Wüste.
Schemini Azeret: 22. Tischri. – Schlußfest.
Simchat Tora: 23. Tischri. In Israel (Palästina) wird Simchat Tora bereits am 22. Tischri gefeiert. – Tag der Gesetzesfreude.
Chanukka: 25. Kislew bis 2. oder 3. Tewet. Die Länge des Monats Kislew variiert (29 oder 30 Tage). – Achttägiges Fest zur Erinnerung an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem nach dem erfolgreichen Krieg der Makkabäer gegen Antiochus Epiphanes.
Jom Assara be-Tewet: 10. Tewet. – Fastentag zur Erinnerung an den Beginn der Belagerung Jerusalems durch die Babylonier.
Tu bi-Schewat: 15. Schewat. – Das Neujahrsfest der Bäume.
Taanit Esther: 13. Adar (in Schaltjahren Adar II). Fällt der 13. Adar auf einen Sabbat, wird Taanit Esther auf den 11. Adar verschoben. – Fastentag zur Erinnerung an die Tage des Fastens und Gebets, die Esther von allen Juden verlangte.
Purim: 14. Adar (in Schaltjahren Adar II). – Fest zur Erinnerung an die Jüdin Esther, die mit ihrem Volk in persischer Sklaverei lebte und als Lieblingsfrau des Königs Ahasveros das jüdische Volk vor der Ausrottung durch den Großwesir Haman rettete.
Schuschan Purim: 15. Adar (in Schaltjahren Adar II). – Zweiter Purimtag, an dem die Bewohner der (befestigten) Städte Purim feiern. Am 15. Adar feierten die Juden von Schuschan, der Hauptstadt des persischen Reiches, ihren Sieg.
Taanit Bechorot: 14. Nissan. Fällt der 14. Nissan auf einen Sabbat, wird Taanit Bechorot auf den 12. Nissan verschoben. – Fastentag der Erstgeborenen.
Pessach: 15.-22. Nissan. In Israel (Palästina) endet Pessach mit dem 21. Nissan. – Fest zur Erinnerung an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten.
Pessach Scheni: 14. Ijjar. – Zweites Pessachopfer, das von denen, die zur Zeit der Darbietung des Pessachopfers auf fernem Wege oder durch Berührung eines Leichnams unrein waren, einen Monat später dargebracht werden sollte.
Lag ba-Omer: 18. Ijjar. – Fest zur Erinnerung an das Ende der Plage, durch die viele Schüler des Mischna-Lehrers Rabbi Akiba starben.
Schawuot: 6. und 7. Siwan. In Israel (Palästina) wird Schawuot nur am 6. Siwan gefeiert. – Wochenfest zur Erinnerung an die Offenbarung am Sinai.
Jom be-Tammus: 17. Tammus. Fällt der 17. Tammus auf einen Sabbat, wird Jom be-Tammus auf den 18. Tammus verschoben. – Fastentag zur Erinnerung an die Erstürmung Jerusalems durch die Römer.
Tischa be-Aw: 9. Aw. Fällt der 9. Aw auf einen Sabbat, wird Tischa be-Aw auf den 10. Aw verschoben. – Fastentag zur Erinnerung an die Entweihung und Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels, die zugleich eine Verbannung und Zerstreuung der Juden unter die Völker zur Folge hatten.
Tu be-Aw: 15. Aw. – Beginn der Weinlese.
Literatur: Efrat Gal-Ed: Das Buch der jüdischen Jahresfeste. Mit Abbildungen. Frankfurt am Main und Leipzig: Insel Verlag, 2001.